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Getriggert? Gut.

Wir alle kennen das Gefühl. Jemand sagt etwas, und plötzlich – bumm! – reagiert man nicht nur, man ist mittendrin . Engegefühl in der Brust. Hitze im Gesicht. Scharfe Worte oder stiller Rückzug. Man wurde getriggert.

Und während ein Teil von Ihnen vielleicht den Drang verspürt, die Schuld auf andere zu schieben oder die Kontrolle zu behalten... genau hier beginnt die Arbeit.

Denn Folgendes ist wichtig: Trigger sind Boten des Unbewussten. Sie zeigen dir, wo eine vergangene Erfahrung in der Gegenwart noch immer präsent ist. Eine Wunde, die du nicht gesehen hast. Ein Teil von dir, der feststeckt. Eine Überzeugung, die du so tief verinnerlicht hast, dass du vergisst, dass sie nicht der Wahrheit entspricht.


Getriggert zu werden ist kein Zeichen mangelnder Emotionsregulation. Es ist ein Hinweis darauf, dass etwas Unverarbeitetes in Ihrer emotionalen Erinnerung berührt wurde – oft ohne Ihr Einverständnis oder Ihr Bewusstsein.


Warum diese Reaktion sich größer anfühlt als die Situation selbst


In der Psychologie spricht man von emotionalen Schemata . Das sind tief verwurzelte, innere Denkmuster, die unsere Weltsicht aufgrund vergangener Erfahrungen prägen. Wenn Ihnen Ihre frühe Umgebung beigebracht hat, dass Wut Ablehnung bedeutet, dass Fehler Bestrafung nach sich ziehen oder dass Ihre Bedürfnisse „zu viel“ sind, speichert Ihr Nervensystem diese Informationen.

Wenn dann Jahre später jemand die Augen verdreht, deine Entscheidung infrage stellt oder nicht auf deine Nachricht antwortet, reagierst du nicht auf diese Person . Du reagierst auf die Bedeutung, die dein System ihr vor langer Zeit zugewiesen hat.

Du bist nicht verrückt. Du bist konsequent.


Auslöser sind emotionale Zeitreisen


Sie reißen dich aus dem Hier und Jetzt und versetzen dich in einen jüngeren, unverarbeiteten Gefühlszustand. Du fühlst dich vielleicht wieder wie 5, 12 oder 19. Hier trifft Coaching auf tiefgreifende innere Arbeit. Denn in diesen Momenten reagierst du nicht einfach nur. Du erlebst es noch einmal.

Die Person vor Ihnen wird zum Symbol: Ihr Elternteil. Ihr Chef. Ihr Ex-Partner. Und Ihre Reaktion ist völlig verständlich, nur nicht im aktuellen Kontext.


Wie man damit umgeht (anstatt es zu umgehen)


  1. Benennen Sie die emotionale Veränderung: Was hat sich in Ihnen verändert, als der Auslöser eintrat? Scham? Wut? Angst? Das Benennen des Gefühls hilft, das Nervensystem zu regulieren.


  2. Identifizieren Sie die ursprüngliche Geschichte: Woran erinnert Sie dieser Moment? Wo in Ihrer Vergangenheit haben Sie gelernt, dass dieses Verhalten (oder diese Emotion) nicht ungefährlich war?


  3. Sprich als Erwachsener, nicht als Kind: Dein inneres Kind verdient Fürsorge – aber es sollte nicht deine Entscheidungen bestimmen. Frage dich: Was braucht mein erwachsenes Ich gerade jetzt?


  4. Betrachte den Auslöser als Hinweis: Kein Urteil, keine Strafe. Ein Tor zu etwas, das deine Aufmerksamkeit erfordert.


  5. Wählen Sie eine neue Antwort Bewusst. Jetzt, da du den Auslöser als solchen erkannt hast, kannst du aus einer inneren Ruhe heraus entscheiden, wie du reagierst. Vielleicht bedeutet das, eine Grenze zu setzen. Vielleicht bedeutet es, zu sagen: „Das hat mich berührt, deshalb brauche ich einen Moment der Ruhe.“ Du reagierst nicht mehr aus einer alten Wunde heraus. Du reagierst aus Achtsamkeit.


Ein Hinweis zur Verantwortung


Das heißt nicht, dass andere ungeschoren davonkommen. Missbräuchliches oder toxisches Verhalten ist real. Die eigenen Trigger zu benennen, rechtfertigt niemals, Leid zu tolerieren. Doch wenn wir uns weiterentwickeln wollen, müssen wir auch unseren eigenen Anteil an der Reaktion anerkennen. Denn darin liegt unsere Stärke. Dort beginnt wahre Freiheit.

Wenn du also das nächste Mal spürst, wie das Feuer in dir aufsteigt, versuche nicht, es sofort zu löschen. Verweile dabei. Atme. Höre zu. Denn manchmal ist dieses Unbehagen ein Flüstern deiner Psyche: „Hier. Hier tut es noch weh. Ignorieren wir es nicht länger.“

Und wenn du beginnst, deinem eigenen Schmerz mit Achtsamkeit statt mit Vermeidung zu begegnen, verändert sich etwas. Du bist nicht länger deinen Reaktionen ausgeliefert, sondern beginnst, selbst über deine Antworten zu bestimmen.

 
 
 

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